|
Das Interesse an Yoga nimmt im Westen in erstaunlichem Ausmass zu. Sprach man noch vor zehn Jahren über Yoga hinter vorgehaltener Hand und flüsternd, wird er heute offen überall im Land propagiert. Was als verrückte Schrulle verspottet wurde, wird heute als Fertigkeit von grundlegender Bedeutung anerkannt. Viele Menschen, die ihn nur als ein Schaustück angesehen haben, machen ihn sich heute als Hilfe auf ihrem Lebensweg zu eigen. Yoga wurde, was er im eigentlichen ist. Der Grund dafür ist klar. Der Mensch von heute sieht sich vom Verfall seiner Persönlichkeit und geistiger Frustration bedroht; die Suche nach Selbstbewahrung wird zum Zwang. In diesem Kampf um sich selbst bietet ihm die Kunst des Yoga eine der wertvollsten Hilfen. Dass dazu Disziplinierungsformen notwendig sind, dessen werden wir uns durch Yoga bewusst; diese begründen sich eher wissenschaftlich als bloss dogmatisch. Wir werden dabei mit Techniken konfrontiert, die so alt sind wie der Osten und doch so neu und umfassend wie unser wachsendes Wissen vom Gesetz des Kosmos. Die alten Meister waren uns in der Suche nach Wahrheit voraus, doch heute befinden wir uns mit ihnen auf einem Weg. Was immer wir bei der Erforschung unseres Inneren und des Weltraums an Erkenntnis zu gewinnen vermögen, ist im System des Yoga enthalten. Wo immer Yoga ernstlich betrieben wird, vollziehen sich am Schüler merkliche Veränderungen. Für den, der Yoga studiert, weiten sich unmittelbar die Bewusstseinsgrenzen. Wo immer Yoga vertrauend angewendet wird, verschwinden im wahrsten Sinne des Wortes mitgeschleppte Belastungen. Eine lebendige Lebenskraft bricht in sein Leben ein und verwandelt seine Individualität: sein Horizont weitet sich, er fühlt sich wie neu geboren in neuer Bewusstheit und neuer Weltsicht.
|